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Cairns

13.11.09

10:36:42 Permalink Cairns

Kategorien: Nicht kategorisiert

Ich habe ca. 3 Wochen zusammen mit meinem Freund in Cairns, im tropischen Norden der Ostküste Australiens verbracht. Es ist gerade Frühling in Australien und der Sommer liegt noch vor uns – der äußert sich hier allerdings nicht nur mit Sonne und Hitze, sondern auch mit viel, viel Regen. Cairns liegt so nahe am Äquator, dass die Temperaturen eigentlich nie tief sinken (von Sommer und Winter kann man kaum sprechen), dafür gibt es eine Dry- und eine Wet Season. In der Regenzeit (ca. Oktober/November bis Februar/März) regnet es heftig, nicht den ganzen Tag, aber es ist außerdem schwül und heiß. Das habe ich nur vom Hören-Sagen und ich wollte es lieber nicht selbst erleben. Wir wollten da eigentlich bald wieder weg, und unseren Trip Richtung Süden beginnen.

Cairns selbst ist eine nicht sehr große Stadt mit einer etwas touristischen Atmosphäre in der Innenstadt. Von den zahlreichen Backpacker Hostels aus kommt man zu Fuß oder mit dem Shuttle Service des Hostels ins Zentrum, wo es viele kleine Souvenir Läden, Bars, Cafés und Reisezentren gibt – aber keinen Strand. Um an einen schönen Strand zu kommen, fährt man am besten mit dem öffentlichen Bus (wenn man kein Auto besitzt) an einen der Strände nördlich von Cairns: Wir waren am Trinity Beach, der echt empfehlenswert ist! Superschön und nicht sehr viele Menschen dort. Es dauert ca. 40 Minuten, um dorthin zu fahren, und die anderen Strände sind zum Teil noch weiter entfernt, aber sicher auch sehr schön.

In Cairns selbst hält sich die Mehrheit der Backpacker nicht länger als 2 Wochen auf, weil es nach einer Weile einfach ein bisschen langweilig wird … Man kann aber sehr gut Touren zu hübschen kleinen Inseln, dem Riff oder anderen Sehenswürdigkeiten buchen. Außerdem ist Cairns die Hochburg des Tauchens. Das Great Barrier Reef soll hier besonders sehenswert sein, und die Preise für Touren und Tauchscheine sind angeblich viel günstiger als weiter südlich, wo es nicht so viele Tachschulen und weniger preisliche Konkurrenz gibt.

Der Daintree Rainforest

Wir haben gleich in den ersten Tagen ein Auto gemietet und uns zwei schöne Gegenden hier in der Nähe angesehen: Den Daintree Rainforest National Park und die Atherton Tablelands. Der Daintrer Rainforest ist ein sehr altes Regenwaldschutzgebiet und zeigt ungefähr, wie die Vegetation hier im Norden ursprünglich ausgesehen hat: Üppiges Grün, das aus vielen großen Bäumen, Aufsitzerpflanzen und Farnen besteht. Das Gebiet ist nur über eine Autofähre zu erreichen und man muss beim Wandern auf vorgegebenen Pfaden bleiben. So verringert man leider die Chance, ein seltenes Tier zu Gesicht zu bekommen, weil diese vor den lautstarken Touristen-Pfaden natürlich Abstand halten – aber man muss den Regenwald natürlich auch vor trampelnden Touristengruppen schützen (und manche Leute davor, im Wald verloren zu gehen).

Wir haben die ganze Zeit nach Tieren Ausschau gehalten, aber nichts gesehen… Bis wir schon wieder auf dem Rückweg waren und uns ein Cassowary, ein seltener Riesenvogel mit buntem Kopf, fast vor das Auto gelaufen ist
Ansonsten haben wir nur eine kleine Gottesanbeterin gefunden (für Europäer spannend, für Australier gähnend langweilig), aber leider kein Krokodil gesehen… Dafür muss man wahrscheinlich ziemlich viel Glück haben oder an den richtigen Stellen suchen.

Die Atherton Tablelands:

Die Atherton Tablelands liegen westlich von Cairns und laufen in das Landesinnere hinein. Auch hier war wohl einmal alles von Regenwald bedeckt, aber heute ist die Landschaft traurigerweise fast nur noch von Grasflächen und ein paar Bäumen bedeckt. An ein paar Stellen jedoch ragen, ganz plötzlich und scheinbar übergangslos, Flecken von Regenwald in die Landschaft hinein. Hier gibt es fast immer einen Wasserfall zu bewundern, der seine Wassermassen in einen kühlen See fallen lässt. Am besten stattet man sich vor Touren in solche Gegenden immer mit Landkarten aus (die gibt es an jeder Information und den meisten Cafés in der Gegend), damit man die tollen Wasserfälle gezielt ansteuern kann. Wer die Atherton Tablelands von Norden nach Süden aus befährt, wird feststellen, dass tatsächlich jeder Wasserfall, den man auf dem Weg besucht, buchstäblich „schöner ist als der andere“. Wir haben die Tablelands von Norden nach Süden befahren und haben von einem lächerlich kleinen, künstlich betonierten Becken mit Mini-Wasserfall bis zu dem echt schönen, „Millaa Millaa“ Wasserfall alle gesehen. Wer von Süden nach Norden fährt, muss nach einer Weile ziemlich enttäuscht sein.

Sicher sind diese Wasserfälle, obwohl zwei oder drei meiner Meinung nach echt wunderschön und groß sind, nichts gegen die echten Giganten Australiens, die ich hoffentlich später noch zu Gesicht bekommen werde… Aber eine Tour hierhin lohnt sich auf jeden Fall, schon allein der Abwechslung halber.

Ein Franzose, den wir in Cairns kennen gelernt haben, fährt demnächst nach Cape York. Das ist die nördlichste und tropischste Spitze Australiens und man kann dort nur mit einem 4wd Jeep herumfahren. Dort gibt’s keine hübsch geteerten Landstraßen, sondern zum Teil schlammgefüllte Wasserlöcher und felsige Bäche, durch die man durchfahren muss!

Leider kommen wir nicht dazu, dorthin zu fahren… Wir hatten Pech mit unserem Autokauf (dazu schreibe ich demnächst noch was) und müssen Richtung Süden fahren. Aber ich denke, Cape York (welches als eines der vom Menschen unberührtesten Wildgebiete der Welt gilt) ist ein paar Tage oder eine Woche Besuch wert!

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